Analytische und 
Tiefenpsychologische Therapie

Die analytische Kinder- und Jugendpsychotherapie basiert auf den Prinzipien der Psychoanalyse, die ursprünglich von Sigmund Freud entwickelt wurde. Sie zielt darauf ab, unbewusste Konflikte, Probleme und Emotionen zu identifizieren, die das Verhalten und die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen beeinflussen können. Diese Therapieform berücksichtigt die psychische Entwicklung der jungen Patienten und nutzt verschiedene analytische Methoden, um tiefere Einsichten in ihre inneren Konflikte und ihre Beziehung zur Welt zu gewinnen.

Grundprinzipien der analytischen Therapie bei Kindern und Jugendlichen:

Unbewusste Prozesse: Wie bei der klassischen Psychoanalyse wird davon ausgegangen, dass viele Konflikte unbewusst sind. Diese Konflikte entstehen häufig aus frühkindlichen Erfahrungen, die im Erwachsenenalter noch Auswirkungen haben können.

Traumdeutung und freie Assoziation: Kinder und Jugendliche haben oft nicht die sprachlichen Fähigkeiten, um ihre Gefühle und Gedanken wie Erwachsene auszudrücken. Daher werden auch bei ihnen Methoden wie die Deutung von Träumen, das Zeichnen oder Spiel als eine Art "freie Assoziation" eingesetzt. Diese ermöglichen es, unbewusste Themen oder Konflikte zu erkennen.

Beziehung zum Therapeuten: Die therapeutische Beziehung spielt eine zentrale Rolle in der analytischen Kinder- und Jugendpsychotherapie. Der Therapeut bietet einen sicheren Raum, in dem Patienten auch unbewusste Gefühle wie Wut, Angst oder Trauer auf eine Weise bearbeitet werden können, die die Entwicklung des Kindes oder Jugendlichen nicht gefährdet. Die Beziehung kann auch als "Übertragungsbeziehung" betrachtet werden, wobei der Patient unbewusste Gefühle und Wünsche auf den Therapeuten überträgt, die dann im Gespräch bearbeitet werden können.

Einsatz von Spiel und Symbolen: Besonders bei jüngeren Kindern ist das Spiel ein wichtiges Medium, durch das Konflikte und innere Erfahrungen verarbeitet und ausgedrückt werden können. Kinder können ihre Gefühle oft besser durch Spiel, Zeichnungen oder symbolische Handlungen ausdrücken als durch Worte. Der Therapeut interpretiert diese "symbolischen" Ausdrucksformen, um tiefere psychische Prozesse zu verstehen.

Einsicht und Integration: Das Ziel der analytischen Therapie ist es, dem Kind oder Jugendlichen zu helfen, unbewusste Konflikte und ungelöste emotionale Themen zu erkennen und zu verstehen. Diese Einsicht ermöglicht es dem Patienten, die Konflikte zu integrieren, sodass er oder sie besser mit Herausforderungen umgehen kann. Häufig geht es auch darum, die Selbstwahrnehmung zu verbessern und ein stärkeres Gefühl der eigenen Identität zu entwickeln.

Langfristige Therapie: Die analytische Therapie bei Kindern und Jugendlichen ist oft eine längerfristige Therapieform. Sie kann mehrere Monate bis Jahre dauern, je nach den spezifischen Bedürfnissen und der Entwicklung des Patienten. Es handelt sich um tiefenpsychologische Arbeit, die Zeit braucht, um die unbewussten Konflikte zu lösen.

Zielgruppen:

  • Kinder: Hier wird die Therapie oft in enger Zusammenarbeit mit den Eltern durchgeführt. Kinder sind noch in der Entwicklungsphase, und ihre emotionalen und kognitiven Fähigkeiten befinden sich in einem fortwährenden Wandel, was besondere Anpassungen der Therapie erfordert.

 

  • Jugendliche: Bei Jugendlichen ist die analytische Therapie häufig von der Auseinandersetzung mit Themen wie Identitätsfindung, Trennung von den Eltern, Peer-Beziehungen und der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Normen geprägt. Jugendliche können ab dem 15. Lebensjahr ohne Zustimmung der Eltern eine Therapie beginnen.

Vorteile

  • Es können tiefere, unbewusste psychische Probleme bearbeitet werden.
  • Besonders für Kinder, die Schwierigkeiten haben, ihre Gefühle verbal auszudrücken, bietet diese Methode durch das Spiel oder andere Ausdrucksformen eine alternative Möglichkeit.
  • Langfristige Lösungen durch die Bearbeitung der zugrunde liegenden Ursachen von Problemen, anstatt nur Symptome zu behandeln.

Herausforderungen

  • Die lange Dauer der Therapie kann für Kinder und Eltern eine Herausforderung darstellen.
  • Eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern ist notwendig, was eine gewisse Bereitschaft zur Zusammenarbeit voraussetzt.

Zusammengefasst kann die analytische Kinder- und Jugendpsychotherapie eine sehr wirkungsvolle Methode sein, um tiefere psychische Probleme zu bearbeiten, indem sie unbewusste Konflikte aufdeckt und langfristig in die psychische Entwicklung des Kindes oder Jugendlichen integriert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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